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„Wir wollen keine Museumsdörfer"

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EDENKOBEN: Diskussion zum Konflikt zwischen Denkmalschutz und moderner Energietechnik

Die Landauer SPD-Landtagsabgeordnete Christine Baumann hatte zu dem Gesprächsabend unter dem Titel „Denkmalschutz und Energie einsparen - Gegensätze oder Symbiose?" Fachleute aus verschiedenen Bereichen eingeladen, die in großer Zahl erschienen.

Wer ein denkmalgeschütztes Gebäude besitzt oder ein solches erwirbt und gleichzeitig energiebewusst denkt, steht oft vor dem Problem: Was darf ich tun, um Energie zu sparen? Fotovoltaik, Solarzellen, Wärmedämmung, Doppelglasfenster - was ist erlaubt? „Die Denkmalpflege will keine Museumsdörfer schaffen", versicherte am Ende einer zweistündigen Veranstaltung in der Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben Thomas Metz vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz. Auch bei geschützten Objekten könne man über moderne Techniken reden. Die Landauer SPD-Landtagsabgeordnete Christine Baumann hatte zu dem Gesprächsabend unter dem Titel „Denkmalschutz und Energie einsparen - Gegensätze oder Symbiose?"

Fachleute aus verschiedenen Bereichen eingeladen, die in großer Zahl erschienen. Da Denkmalschutz in vielen Städten und Dörfern heute ein Thema ist, sollte gemeinsam nach Wegen und Strategien gesucht werden, wie am besten vorzugehen ist. Die Politikerin forderte im Verlauf der Diskussion Hausbesitzer auf, sich nicht zu scheuen, auf die Denkmalpflege zuzugehen. Der Dialog sei wichtig, um gemeinsame Lösungen zu finden.

Es gebe viele unterschiedliche Lösungen („Nicht nur Solarzellen auf dem Dach und doppelt verglaste Fenster"), um Denkmalschutz und Energieeinsparung unter einen Hut zu bringen, sagte Thomas Metz.

Sein Kollege Dr. Ulrich Kerkhoff, als Gebietsreferent des Landesamtes für Denkmalpflege für Landau und die Südliche Weinstraße zuständig, sprach sich dafür aus, Substanz verändernde und -zerstörende Maßnahmen an denkmalgeschützten Gebäuden zu verhindern. Dachlandschaften sollten erhalten bleiben, daher gebe es teilweise auch ein entschiedenes Nein gegen Solarzellen. Richtlinien für die Wärmedämmung mittels alternativer Energien ergeben sich nach seiner Darstellung aus dem Bestand eines Kulturdenkmals. Was vertretbar sei, werde auch erhalten - im Interesse der nachfolgenden Generationen.

Oft gibt es Streit, wenn der Besitzer, Erbe oder Käufer eines Fachwerkhauses auf dem Weg zur Energieeinsparung nicht so vorgehen darf, wie er sich das vorstellt. Professor Dr. Thomas Lechner von der Fachhochschule Kaiserslautern verwies darauf, dass man ein solches Haus ja nicht in eine Hülle packen könne. Er warnte davor, nach Schema F vorzugehen. An die Adresse von Architekten bemerkte er, sie sollten bei der Sanierung eines Fachwerkhauses genau hinschauen, denn nicht jedes dieser Gebäude sei für Solarzellen geeignet. Wärmedämmung der Außenwände sei schwierig, das gelte aus physikalischen Gründen auch für die Innendämmung.

Professor Wolfgang Schreiber, ebenfalls von der FH Kaiserslautern und gelernter Architekt, machte klar: „Es gibt keine pauschale Lösung für Energieeinsparung." Er bedauerte, dass Besitzer denkmalgeschützter Objekte „von der Gemeinschaft oft alleingelassen werden". Professor Dr. Karl Keilen vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz meinte, in jedem einzelnen Fall müsse eine Lösung gesucht werden. Innendämmung und Energiegewinnung durch Solarzellen sei in Neubauten eine Aufgabe für die Architekten.

Zur Konfliktsituation zwischen Denkmalschutz und energiebewussten Hausbesitzern sagte er, es gebe Objekte, bei denen der Einsatz moderner Technik möglich sei, und andere, bei denen dies über die Form der Gestaltung gehe. Thomas Metz redete „gestalterischen Ideen" bei der Energieeinsparung das Wort. Der Austausch nur der Fenster in Fachwerkhäusern sei allein nicht ausreichend. Professor Schreiber hält es für wichtig, wenn von politischer Seite bei energiesparenden Maßnahmen Anreize gegeben würden, sich ein paar Hausbesitzer auch einmal zusammenschließen, um gemeinsam das Ziel anzugehen.

In der lebhaften Diskussion äußerte der Landauer Baudirektor Michael Heder den Wunsch, exemplarische und vorzeigbare Beispiele für Energieeinsparung herauszuarbeiten, sonst könne man nicht überzeugen. Landaus Oberbürgermeister Dr. Christof Wolff könnte sich zum Beispiel Anlagen zur Energiegewinnung auf Dächern von SB-Märkten oder Winzerhallen außerhalb der Ortskerne vorstellen, „wenn das Ortsbild dadurch nicht gestört wird". Eine Frau aus dem Publikum regte die Gewährung kostengünstiger Energietarife für erhaltenswerte Objekte an. Ein Kommunalpolitiker fasste seine Meinung so zusammen: „Jeder kann selbst etwas machen, um Energie zu sparen. Gemeinschaftsanlagen sind nicht das Allheilmittel."

 
 

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